Datenübertragung

Informationstechnik

Ausgeklügelte Leitungskonstruktionen wie z.B. das Verdrillen bzw. Verseilen von Aderpaaren und Leiterbündeln stellen höchste Anforderungen an den zu verarbeitenden  Leiterwerkstoff. Grund genug, dass sich in der Informationstechnik bei den metallenen Werkstoffen Kupfer von Beginn an und bis heute durchgesetzt hat. Kupfer ist relativ weich, sehr zäh und lässt sich gut kalt und warm verformen. Nur mit diesen Eigenschaften ist es möglich, über die gesamte Leitungslänge eine homogene Beschaffenheit zu erzielen, welche Voraussetzung für hohe Datenraten ist. In der Leitungsherstellung kann eine Kupferader leicht in eine gewünschte Lage gebracht werden. Dabei kommt diesem Herstellungsschritt zugute, dass die dann herrschende Lage ohne Rückfederung beibehalten wird. Wichtige Aspekte sind auch die Kontaktierbarkeit sowie die Korrosionseigenschaften bei der Installation vor Ort. Kupfer oxidiert zwar an der Luft, jedoch behindert diese Oxidschicht die Kontaktierung in der Praxis nicht. Für den Installateur hat Kupfer den Vorteil, dass eine Leitungsader auch bei mehrmaligem Biegen in der Anschlussdose bzw. am Datenverteiler kaum bricht. Der hohe Leitwert von Kupfer macht die Anwendung der Fernspiesung (PoE: Power over Ethernet) über die Datenübertragung hinaus möglich.

In der Ortsnetzebene haben sich insbesondere Kabel mit Sternvierer auch für breitbandige Anwendungen mit hohen Übertragungsraten bestens bewährt. Mit immer neuen Techniken (Vectoring / > 50 MBit/s, Supervectoring / > 250 MBit/s) übertreffen sich die Übertragungsraten. Dabei wird im Hinblick auf wirtschaftliche Lösungen eine sinnvolle Kombination aus Glasfaserkabel bis zum Multifunktionsgehäuse am Straßenrand oder bis zum Gebäude und der Nutzung vorhandener Kupferleiter angestrebt. Experten sprechen bereits vom Ultra-Breitbandzugang (XG-Fast), bei dem Geschwindigkeiten über 10 Gbit/s im Test erfolgreich liefen. Die »letzte Meile« – Netzebene 3, der Leitungsabschnitt vom Kabelverzweiger (KVz) bis zum Endverzweiger (EVz) im Haus und Netzebene 4, die gebäudeinterne Verkabelung – ist im Ausbau eine besonders aufwändige und kostenintensive Angelegenheit .

Gebäude

Heute werden bei »Strukturierten Gebäudeverkabelungen« grundsätzlich Kupfer-Datenleitungen der Kategorien 6/7 eingesetzt. Durch die Paar- und Bündelschirmung bietet diese Leitung neben hohen Übertragungsraten und einer zuverlässigen Verbindung einen hohen Schutz im Sinne der Abhörsicherheit. Meist wird an zentraler Stelle in einem Datenverteilergehäuse das sogenannte Patchfeld montiert, in dem das eine Ende der Datenleitung »aufgelegt« wird. Das andere Ende, welches z. B. zu einem Arbeitsplatz in einem Büro führt, wird in einer Datendose kontaktiert.

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